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 Politik & Wahrheit
Sommerkind Offline




Beiträge: 51

22.10.2005 00:21
Italien: Die Wahrheit tut weh... antworten

...besonders wenn sie von prominenter Seite kommt.

21.10.2005 -- Tages-Anzeiger Online
Celentano ärgert Berlusconi

Adriano Celentano unzensiert zurück auf Rai 1.


Adriano Celentano hat eine neue TV-Show auf RAI 1. «Rockpolitik» widmete sich in einer fast dreistündige Sendung dem Thema «Meinungsfreiheit».

Celentano hatte die Sendung bis ins kleinste Detail selbst gestaltet. Die Ikone des Italo-Pop sparte dabei nicht mit Attacken gegen Regierungschef und Medientycoon Silvio Berlusconi wegen dessen Kontrolle über das italienische Mediensystem.

In einer langen Tirade hob Celentano hervor, dass Italien laut internationaler Studien weltweit Platz 79 besetze, was Medienfreiheit betrifft.

Die Show erwies sich als Riesenerfolg. Elf Millionen Italiener verfolgten das Programm, was der RAI Einschaltquoten von fast 50 Prozent bescherte - ein Riesenerfolg angesichts fünf weiterer landesweiter Sender im Land.

Adriano Celentanos Rückkehr mit einer eigenen TV-Show nach Jahren fast totaler Medienabstinenz hatte bereits vor Wochen für Debatten gesorgt. RAI-Direktor Fabrizio Del Noce hatte dem populären Sänger eine eigene, ohne Zensur von ihm selbst gestaltete Show zur besten Sendezeit zugesagt.

Schon lang vor Beginn der Show beschwerten sich rechte Politiker jedoch über die Entscheidung, dem exzentrischen und manchmal als anarchisch geltenden Alt-Rocker vollkommen freie Hand zu lassen. Bis zuletzt hielt der 68-jährige Showmaster die Sendungsinhalte streng geheim.

Die völlige Redefreiheit Celentanos sorgte für hitzige Reaktionen. «Dieses Programm ist abscheulich», wetterte der italienische Telekommunikationsminister Mario Landolfi, Spitzenpolitiker der rechten Alleanza Nazionale sprachen von einer «politisch gesinnten Show».

Celentano gilt in Italien als Raubein alter Schule und ist deshalb schon öfter in die Kritik geraten. Der Sänger mit dem rasanten Hüftschwung wurde in den sechziger Jahren mit dem Gassenhauer «Azzurro» auch in der Schweiz berühmt. Skandale hatte Showmaster Adriano mit politischen «Predigten» bereits früher entfacht: Ende der 80er Jahre nutzte er seine Fernsehshow «Fantastico» als politische Bühne. Damals sagte er: «Ich könnte fünf Millionen Wählerstimmen verschieben». (grü/sda)

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