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 Politik & Wahrheit
GunnarDA Offline



Beiträge: 61

25.02.2006 05:52
FBI-Beamte kritisieren Verhörmethoden in Guantanamo antworten

Von Georg Schwarte, ARD-Hörfunkstudio Washington

Die 54 E-Mails empörter FBI-Beamter aus den Jahren 2002 bis 2004, die die amerikanische Bürgerrechtsorganisation ACLU jetzt per Gerichtsbeschluss erhielt und unmittelbar danach veröffentlichte, haben es in sich: Amerikanische Militärs im Gefangenenlager Guantanmo gaben sich danach als FBI-Beamte aus und verhörten Häftlinge bis zu 18 Stunden ohne Unterbrechung.
FBI-Beamte: Wiederholte Übergriffe

Gefangene seien gezwungen worden, sich homosexuelle Pornographie anzuschauen. Andere habe man in israelische Flaggen gewickelt während sie vernommen wurden. Mitarbeiter der amerikanischen Bundespolizei FBI, die im US-Gefangenlager Guantanamo Dienst taten, berichteten in den jetzt erstmals komplett veröffentlichten E-Mails gegenüber eigenen Vorgesetzten sowie hochrangigen Mitarbeitern des Pentagons von wiederholten Übergriffen des militärischen Personals bei Verhören von Gefangenen.

Danach hätten Militärs außerdem fälschlicherweise dem Pentagon mitgeteilt, die FBI-Beamten vor Ort hätten das harte Vorgehen bei den Verhören gebilligt. Das Gegenteil aber war offenbar der Fall. Wiederholt hatten FBI-Beamte auf die überaggressive und teilweise illegale Verhörpraxis hingewiesen. Ein FBI-Beamter berichtet in einer E-Mail, er habe aus einem benachbarten Zimmer ein Verhör beobachtet und sei so angewidert gewesen, dass er den Raum habe verlassen müssen.
Verhörmethoden vom Pentagon gebilligt

Die FBI-Mitarbeiter erklärten in den E-Mails außerdem, dass die Verhörmethoden vom Pentagon nicht nur stillschweigend gebilligt, sondern ausdrücklich autorisiert wurden. Verteidigungsminister Rumsfeld hatte zuletzt in der vergangenen Woche erklärt, dass es auf Guantanamo weder Folter noch Missbrauch gebe: "Dieses Gefängnis wird so gut geführt wie ein solches Gefängnis überhaupt geführt werden kann."

Obwohl das FBI offenbar über Missbrauch und teilweise illegale Verhörmethoden informiert war, belegen die jetzt veröffentlichten E-Mails allerdings, dass es hochrangige FBI-Vertreter vermeiden wollten, in eine offizielle Untersuchung über die Situation auf Guantanamo hineingezogen zu werden. Man sei, so hieß es, in einer E-Mail, beim FBI auf die guten Beziehungen zu den Militärs, die das Lager Guantanamo führen, angewiesen.
Washington muss Namen aller Inhaftierten veröffentlichen

In einem weiteren Gerichtsbeschluss vom Vortag hat ein Bundesgericht in New York auf Antrag der Nachrichtenagentur AP das Pentagon jetzt gezwungen, bis zum 3. März alle Namen der bisher anonymen Inhaftierten zu veröffentlichen. Ein Pentagonsprecher erklärte mittlerweile, das Verteidigungsministerium werde dem Gerichtsbeschluss entsprechen und nicht in die Berufung gehen. Derzeit befinden sich noch 490 Häftlinge in dem Lager, das die USA unmittelbar nach Beginn des Afghanistan-Krieges eingerichtet hatten.

http://tinyurl.com/fqayc

Gruß,
Gunnar

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